Am
Dienstag sind Kerstin und ich mit einem befreundeten Paar und einer
Schulfreundin zum Tanz in den Mai gefahren. Eine Disco (das Metropol in Stade),
in der wir während unserer Schulzeit (12. und 13. Klasse) beinahe jedes
Wochenende verbracht haben, die dann aber später geschlossen wurde, wurde quasi
„reanimiert“ und da sind jetzt von Zeit zu Zeit Veranstaltungen. Also mussten
auch wir an diese nostalgische Stätte pilgern und einen wirklich tollen Abend
(Nacht) verbringen mit viel 80er Jahre Musik und abhotten wie damals. Das war
deswegen ganz locker möglich, weil das Durchschnittsalter durchaus unserem
entsprach und wir keine Angst haben brauchten, wie es sonst wohl in einer
„normalen“ Disco der Fall wäre, unter lauter jungen Hüpfern als alte Mumie mit
epileptischen Anfall zu gelten. Genug davon. Es war auf jeden Fall eine lange
Nacht.
Morgens
ist meine liebe Frau dann mit Clooney eine kurze Runde gegangen (ich weiß, dass
das nicht Gentleman-Like ist, aber morgens ist echt nicht meine Zeit). Im
Nachhinein hätte ich diesen „Job“ doch lieber erledigen sollen. Es kam ihr
nämlich eine Nachbarin mit ihrem Hund entgegen. Gleichzeitig kam aus der
anderen Richtung ein Auto, so dass beide Frauchen entschieden, die Hunde im
„Sitz“ zu lassen (sie waren da noch etwa 10m voneinander entfernt). Kerstin
schaute sich nur kurz nach dem Auto um und da passierte es. Clooney STÜRMTE
urplötzlich auf den anderen Hund zu und riss Kerstin, die ihn ja an der Leine
hatte, mit sich. Kerstin hatte zu 50% Glück oder zu 50% Pech. Je nachdem, ob
das Glas nun halb leer oder halb voll ist. Sie fiel nämlich mit ihrem linken
Knie in den Sand eines Beetes, aber mit dem anderen voll auf das Pflaster. Die
Folge waren erst mal irre Schmerzen und mittlerweile ein Kunstwerk in Form
eines Hämatoms, welches auch sicher durch weiteren Farbwechsel noch eine
Zeitlang ein „Kunstwerk“ bleibt. Mein Vater würde sagen: „Sie hat ja richtig
Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist. Ein paar Sekunden später wäre das
Auto direkt neben Kerstin gewesen und wer weiß, was dann hätte passieren
können.“ So hat er sich auch schon mal geäußert als ich als Kind einen
Kieferbruch erlitten hatte.
Aber
ein Unglück kommt selten allein. Nachmittags bin ich dann alleine mit Clooney
spazieren gewesen auf Krautsand am Strand. Beim Spielen ist Clooney dann auch
zwischen Bäume gelaufen und ich hörte ihn auf einmal nur kurz jaulen. Ich hatte
gar nicht recht mitbekommen, was passiert war. Als er dann bei mir war, sah ich
das Malheur. Ihm lief ein wenig Blut aus dem Auge, welches ich mir gleich
anschaute (das Auge, nicht das Blut). Offensichtlich war er irgendwo
gegengelaufen – Mist! Ich habe sofort von unterwegs den Tierarzt angerufen und
bin hingefahren. Zum Glückergab die Untersuchung, dass die Hornhaut nicht
verletzt ist, sondern dass nur ein paar kleine Gefäße im Auge geplatzt waren.
Erleichterung machte sich bei mir breit.
Nun
habe ich also zwei „Möchtegern-Schlümpfe“ zu Hause. Eine „Schlumpfine“ mit
blauem Bein und einen „Schlumpfhund“ mit blauem Auge.
Aufgrund
der Tatsache, dass zunächst Kerstin als auch später Clooney nichts Ernstes
passiert ist, bin ich fast geneigt, mit einem Blich Richtung Clooney, zu sagen,
dass der Herrgott kleine Sünden ziemlich schnell bestraft. Ich werde in den
nächsten Tagen wohl nur in Bluejeans rumlaufen, damit ich mich den beiden
farblich anpasse.
Liebe
Grüße
Thomas