Freitag, 3. Mai 2013

03.05.2013 - Die Bestie in Hundegestalt

Ein paar turbulente und dadurch bloglose Tage liegen hinter uns. Ich möchte fast sagen „hinter mir“, denn obwohl ich der einzig versehrte war, stand ich doch irgendwie im Mittelpunkt.

Am Dienstag sind Kerstin und ich mit einem befreundeten Paar und einer Schulfreundin zum Tanz in den Mai gefahren. Eine Disco (das Metropol in Stade), in der wir während unserer Schulzeit (12. und 13. Klasse) beinahe jedes Wochenende verbracht haben, die dann aber später geschlossen wurde, wurde quasi „reanimiert“ und da sind jetzt von Zeit zu Zeit Veranstaltungen. Also mussten auch wir an diese nostalgische Stätte pilgern und einen wirklich tollen Abend (Nacht) verbringen mit viel 80er Jahre Musik und abhotten wie damals. Das war deswegen ganz locker möglich, weil das Durchschnittsalter durchaus unserem entsprach und wir keine Angst haben brauchten, wie es sonst wohl in einer „normalen“ Disco der Fall wäre, unter lauter jungen Hüpfern als alte Mumie mit epileptischen Anfall zu gelten. Genug davon. Es war auf jeden Fall eine lange Nacht.

Morgens ist meine liebe Frau dann mit Clooney eine kurze Runde gegangen (ich weiß, dass das nicht Gentleman-Like ist, aber morgens ist echt nicht meine Zeit). Im Nachhinein hätte ich diesen „Job“ doch lieber erledigen sollen. Es kam ihr nämlich eine Nachbarin mit ihrem Hund entgegen. Gleichzeitig kam aus der anderen Richtung ein Auto, so dass beide Frauchen entschieden, die Hunde im „Sitz“ zu lassen (sie waren da noch etwa 10m voneinander entfernt). Kerstin schaute sich nur kurz nach dem Auto um und da passierte es. Clooney STÜRMTE urplötzlich auf den anderen Hund zu und riss Kerstin, die ihn ja an der Leine hatte, mit sich. Kerstin hatte zu 50% Glück oder zu 50% Pech. Je nachdem, ob das Glas nun halb leer oder halb voll ist. Sie fiel nämlich mit ihrem linken Knie in den Sand eines Beetes, aber mit dem anderen voll auf das Pflaster. Die Folge waren erst mal irre Schmerzen und mittlerweile ein Kunstwerk in Form eines Hämatoms, welches auch sicher durch weiteren Farbwechsel noch eine Zeitlang ein „Kunstwerk“ bleibt. Mein Vater würde sagen: „Sie hat ja richtig Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist. Ein paar Sekunden später wäre das Auto direkt neben Kerstin gewesen und wer weiß, was dann hätte passieren können.“ So hat er sich auch schon mal geäußert als ich als Kind einen Kieferbruch erlitten hatte.

Aber ein Unglück kommt selten allein. Nachmittags bin ich dann alleine mit Clooney spazieren gewesen auf Krautsand am Strand. Beim Spielen ist Clooney dann auch zwischen Bäume gelaufen und ich hörte ihn auf einmal nur kurz jaulen. Ich hatte gar nicht recht mitbekommen, was passiert war. Als er dann bei mir war, sah ich das Malheur. Ihm lief ein wenig Blut aus dem Auge, welches ich mir gleich anschaute (das Auge, nicht das Blut). Offensichtlich war er irgendwo gegengelaufen – Mist! Ich habe sofort von unterwegs den Tierarzt angerufen und bin hingefahren. Zum Glückergab die Untersuchung, dass die Hornhaut nicht verletzt ist, sondern dass nur ein paar kleine Gefäße im Auge geplatzt waren. Erleichterung machte sich bei mir breit.

Nun habe ich also zwei „Möchtegern-Schlümpfe“ zu Hause. Eine „Schlumpfine“ mit blauem Bein und einen „Schlumpfhund“ mit blauem Auge.

Aufgrund der Tatsache, dass zunächst Kerstin als auch später Clooney nichts Ernstes passiert ist, bin ich fast geneigt, mit einem Blich Richtung Clooney, zu sagen, dass der Herrgott kleine Sünden ziemlich schnell bestraft. Ich werde in den nächsten Tagen wohl nur in Bluejeans rumlaufen, damit ich mich den beiden farblich anpasse.

Liebe Grüße
Thomas
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