Donnerstag, 6. Dezember 2012

06.12.2012 - Big Clooney is watching you

Ich bin aus dem Holz geschnitzt, aus dem wahre Helden gemacht sind. Ich bin furchtlos, tapfer, unerschrocken und diese Eigenschaften setze ich auch voll und ganz ein, wenn es darum geht mein Frauchen und Herrchen, deren Hab und Gut und Leib und Leben zu verteidigen. Natürlich auch mich selbst, aber das ist ja auch klar.

Und diese Eigenschaften musste ich letzte Nacht auch unter Beweis stellen. Ein Halunke trieb nämlich hier sein Unwesen. Ein Einbrecher wollte Frauchen und Herrchen beklauen. Das konnte ich nicht zulassen. Ich sah schon wie der Kerl ums Haus schlich, habe mich aber aus taktischen Gründen erst Mal zurück gehalten. Konnte ja auch irgendjemand aus der Nachbarschaft sein, der sich nur im Haus geirrt hat. Doch irgendwie hatte ich schon das Gefühl, dass dieser Typ nichts Gutes im Schilde führte. Aber wenn, wollte ich ihn auf frischer Tat ertappen und dingfest machen. Denn nur dann gibt es ja bekanntlich eine Belohnung. Ich malte mir schon aus, was ich mir alles an Steak, Schweineohren, Ochsenziemern und sonstigen Leckerchen davon kaufen würde.

Maskiert war er, auf eine ganz merkwürdige Art. Und plötzlich, ich weiß immer noch nicht wie, stand er auf einmal im Haus direkt vor mir. Einen großen Sack hatte er bei sich, in dem sich bestimmt das Diebesgut aus anderen Beutezügen befand. Ein Serientäter also. Die Belohnung wuchs in meinen Gedanken. Wenn ich den schnappe, bekommt er bestimmt mindestens 5 Jahre Knast und ich lebenslang Leckerchen.

Also nicht lange gefackelt und gehandelt. Ich knurrte und bellte ihn an, drängte ihn in die Ecke, wo er sich auch schon fast ergeben hätte, wenn, ja wenn nicht auf einmal Herrchen gerufen hätte. „Clooney, was ist denn jetzt schon wieder los?“

Diesen Augenblick meiner Unaufmerksamkeit hat der Schuft genutzt und hat sich aus dem Staub gemacht. Herrchen war mittlerweile unten angekommen und ich stand vor der verschlossenen Haustür um ihm zu signalisieren, dass der Einbrecher gerade flüchtet. Und mit ihm entschwand leider auch meine Hoffnung auf die fette Belohnung und die damit verbundenen Fressalien. Herrchen schaute dem Gauner sogar noch hinterher. „Wuff, wuff, wuff!“, was so viel heißen sollte wie „Los, hinterher Herrchen, den erwischen wir noch!“

Herrchen machte aber keinerlei Anstalten, dem rotgekleideten Schlitzohr zu folgen. Adé Du schöne Belohnung. Ganz im Gegenteil, er schien sogar noch Verständnis für diesen Unhold zu haben. „Clooney, jetzt hast Du den Nikolaus verjagt. Der wollte Dir doch Geschenke bringen, feine Leckerchen.“ WIE, der wollte mir was bringen? Herrchen schien verwirrt zu sein. Der wollte Euch beklauen und ich habe das verhindert.

Herrchen sagte dann noch, dass der Nikolaus immer am 6. Dezember nachts kommt und allen Kindern, auch den Hundekindern, Geschenke bringt. Und durch mein Bellen und Knurren hat er wohl Angst bekommen und ist wieder verschwunden, ohne was dazulassen. Mist! Das hätte mir ja auch mal vorher einer sagen können.

Das nächste Mal, wenn nachts einer bei uns im Haus steht, werde ich ihn ganz freundlich begrüßen. Wer weiß, ob der nicht was bringen will.

Ein freundliches Wuff und bis Morgen.

Euer Clooney

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Ein freundliches Wuff - Clooney

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