Samstag, 15. Dezember 2012

15.12.2012 - Wer nicht hören will ....

… Clooney, der muss fühlen.

Ich als Herrchen nehme mir heute mal das Recht heraus als erster was zu schreiben.

Vorweg, wir haben Clooney nicht geschlagen. Auf diese Art muss er nicht fühlen. Und alles, was wir machen geschieht unter Anleitung.

Wir waren heute Morgen wieder mit ihm in der Hundeschule. Zwischendurch gibt es immer eine Übung, den Hund aus dem Spiel abzurufen. Wahrlich nicht das leichteste für einen 6 Monate alten Racker, aber auch das muss gelernt werden und klappen. Wenn der Hund nicht kommt, sollen wir uns weiter entfernen, was wir auch taten. Clooney tobte weiter und reagierte nicht auf unser Rufen. Also noch weiter weg. Clooney schien das nicht zu interessieren. Alle 3 anderen Hunde waren schon bei ihren Frauchen und Herrchen. Nicht so unser. Und obwohl jeder versuchte ihn von seinem eigenen Hund fernzuhalten, dachte der „feine Herr“ nicht im Traum daran zu uns zu kommen. Kein Rufen half. Nach etwa 10 Minuten haben wir das „Experiment“ abgebrochen.

Dieses Phänomen nennt man „erlernte Bedeutungslosigkeit“. Interessanterweise hatten wir das als „Hausaufgabe“ von letzter Woche bekommen. Clooney machte den Anschauungsunterricht. Nun haben wir die Aufgabe bekommen „Gleiches mit Gleichem“ zu behandeln. Also sollten wir anschließend Clooney den ganzen Tag nicht beachten. Es ist uns schon ziemlich schwer gefallen, aber wir haben es durchgehalten. Dabei war unser „Lütter“ ziemlich verwirrt, weil er damit nichts anzufangen wusste. Er kam auch ganz schön oft an, doch manchmal hatte ich das Gefühl, dass er auch einen Dickkopf hat und demonstrativ wegging. Mal sehen wie sich das entwickelt.

Clooneys Sicht:

Hallo Leute,

Frauchen und Herrchen haben mich nicht mehr lieb. Und ich weiß gar nicht warum. Ich habe echt nichts gemacht.

Heute Morgen waren wir wieder in der Hundeschule und haben ganz toll getobt. Dann gingen die zwei ein Stück weg und haben mich gerufen. Ich sagte noch „Jetzt nicht, bin gerade am Toben“. Und weiter ging es mit dem Spiel. Dann gingen sie noch weiter weg und haben wieder gerufen und zwar ziemlich laut. Als wenn ich das nicht auch so gehört hätte. Aber ich wollte noch weiter spielen. Die Anderen waren schon alle bei ihren Frauchen und Herrchen und die haben auch noch versucht mich wegzujagen. Was sollte das denn? Irgendwann waren Frauchen und Herrchen kaum noch zu sehen, aber ich wusste ja, dass die mich wieder abholen und bis dahin konnte ich auch hier bei den Anderen bleiben. Und sie kamen dann auch.

Zu Hause wurde es dann ganz seltsam. Die haben mich gar nicht beachtet. Ich wurde nicht gestreichelt oder gar angesprochen. Was soll denn das? Ich bin immer wieder angekommen, aber nichts tat sich. Das ist seelische Grausamkeit. Wenn sich das nicht bald ändert, werde ich noch trübsinnig. Ich muss es wohl weiter versuchen.

Ein bemitleidenswertes Wuff und bis Morgen.

Euer Clooney


P.S. (Anmerkung von Herrchen: Wenn Clooney diese Lektion gelernt hat, wird er wieder die gleiche Behandlung wie vorher bekommen.)

Kommentare:

  1. ... „erlernte Bedeutungslosigkeit“.

    Ich kenne diese Situation - furchtbar ist das.

    Im Ignorieren bin ich grottenschlecht, bin gespannt ob ihr es durchhaltet und wenn ja, ob es was nutzt.

    Liebe Grüße - Monika

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    1. Hallo Monika,

      ich muss meine Frau schon ein wenig bremsen. Frauen sind doch die besseren Menschen. Aber ich habe schon ein wenig das Gefühl, dass es hilft. Wir sind noch nicht am Ende (auch nicht des Versuches).

      Liebe Grüße

      Thomas

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  2. Ich stell' mir grad die Situation in der Hundeschule bildlich vor... *gg*

    Bin gespannt, wie das Projekt weitergeht!

    Wuff und Wedel,
    der schwarze Hund mit Herrschaften

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  3. Wir standen da rum wie die IDIOTEN. Für alle anderen war es wahrscheinlich ein wenig lustig, auch wenn wir deren Mitgefühl hatten, weil ja jeder weiß wie sch.... es ist, wenn der Hund so gar nicht gehorcht.
    Erste Anzeichen von Besserung treten schon ein.
    Ich werde mal ausführlich berichten.

    Liebe Grüße

    Thomas

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  4. Ich musste schon schmunzeln, als ich das gelesen habe ;)
    Ich kann Euch sehr gut verstehen - es ist frustrierend, wenn einem klar wird: alles andere ist im Moment wichtiger für meinen Hund als ich! In den letzten 22 Jahren mit Hund(en) habe ich diese Situation (leider) auch schon erlebt.
    Rückblickend muss ich heute öfter mal darüber lachen, wenn ich mich sehe: in strömendem Regen, spät dran, im Büro wartet das erste Meeting und die Hunde spielen fangen im Matsch und denken überhaupt nicht daran wieder zu mir zu kommen!
    Aber es hat wirklich auch seine guten Seiten: Du bekommst unheimlich viel "Konsequenz" dadurch und die Erziehung / Kommunikation wird viel deutlicher ;)

    Viel Glück / Spaß / Freude weiterhin!

    Isabella mit Damon und Laika

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    1. Hallo Isabella,

      das haben wir auch schon festgestellt. Unser Problem war wohl, dass wir geglaubt haben, dass Clooney seiner verstorbenen Mutter ähnlich ist.
      Und er hat doch ein gewaltig dickes Fell.

      Ich hoffe allerdings, dass es nicht so lange dauert bis wir Erfolg haben. Es ist doch schon komisch, ihn zu ignorieren.

      Beste Grüße

      Thomas

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  5. Das mit dem ignorieren ist für Frauchen und Herrchen wesentlich härter als für den Hund. Aber auch wenn Clooney Euch grade die kalte Schulter zeigt, wird er recht fix merken, dass sich die Welt nicht unbedingt um ein kleines Sch.....erchen dreht. Ihr schafft das!
    Lg Swantje

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    1. Hallo Swantje,

      mit den "Härtegraden" hast Du Recht. Bei Kerstin ist es schlimmer als bei mir. Ich bin ja auch derjenige, der ihn auch in Zukunft den ganzen Tag umsich rum hat. Und da möchte ich keinen Hund, der macht, was er will.

      Danke für den Zuspruch

      Liebe Grüße

      Thomas

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  6. Hallo Clooney,

    mensch, du tust mir Leid. Ich kenne das auch nur zu gut. Mein Frauchen ruft mich auch immer, wenn ich total beschäftigt bin. Und zu Hause bin ich dann wie Luft für sie. Echt komisch. Mal sehen wie es heute wird. nachher geht es wieder auf den Hundeplatz! :)

    Wuff
    Lauri (mit Frauchen Kitty)

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    1. Hallo Lauri,

      wenn Du das gleiche Problem hast, sollten wir eine Hundeinitiative gründen.

      Schnipp schnapp, Leine ab oder

      Freies Spiel für freie Hunde.

      Vielleicht finden wir ja noch mehr Leidensgenossen.

      Ein freundliches Wuff

      Clooney

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Ein freundliches Wuff - Clooney

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